Actionurlaub Kleinwalsertal



Bonjour oder Hallo,
ich war vor mittlerweile zwei Wochen auf Kursfahrt im Kleinwalsertal und da ich heute die Fotos vom Lehrer bekommen habe, wird es Zeit für einen Blogpost. Alles begann am 29.05. um 3 Uhr morgens am Busparkplatz unserer Schule und dann fuhren wir zirka 8 Stunden, bis wir schließlich um 11 Uhr in Österreich ankamen. Ich war vorher noch nie in den Alpen und freute mich schon sehr, vor allem da wir so ein actionreiches und tolles Programm hatten. Eigentlich hatten wir für den ersten Tag eine Hüttenübernachtung geplant, die aber ausfallen musste, was ich nicht schlimm fand, um ehrlich zu sein. Ich bin nicht dafür gemacht, mit über 30 Leuten auf engstem Raum zu schlafen, das muss ich zugeben. Viele fanden das schade, da sie eine "Grenzerfahrung" sammeln wollten, aber keine Sorge, die sollten wir alle bekommen...
So starteten wir als Plan B eine Wanderung. Ich dachte mir: "Gut, das kann dann nichts Großes werden. Lässt du mal die Regenjacke im Koffer!" Warum auch unnötiges Zeug mitschleppen, wenn es eh nicht gewittern soll? Ihr merkt schon, dass ich unerfahren in Sachen Bergen bin. Jedenfalls ging es für uns von Hirschegg zur Schwarzwasserhütte. Auf dem Weg dorthin fanden wir diesen tollen See, der künstlich angelegt wurde. 




Oben angekommen teilte sich die Gruppe in zwei Teile. Gruppe1 machte sich wieder auf ins Tal zum Hostel und Gruppe2 wollte, wie ein Lehrer es so schön sagte, "nur den Berg hochgehen". Ich zögerte noch, da ich nur ein rückenfreies Top anhatte und keine Jacke im Rucksack hatte. Letztendlich ging ich dann noch mit auf den Berg, da ich mir die Aussicht nicht nehmen lassen wollte. Oben angekommen machten wir Fotos, lachten (noch) und gingen dann weiter den Berg runter und einen noch höheren wieder hoch. Unser Lehrer sagte immer: "Nur noch einen Berg" oder auch beliebt war "Nur noch eine Kurve", dann sind wir im Hostel. Wir blieben auch alle ruhig, bis ein Gewitter kam, gefolgt von Starkregen und Hagelkörnern, die so geschmerzt hatten, dass es nicht mehr normal war. Da ging allen dann die Pumpe, vor allem da wir keinen Weg oder Pfad hatten, sondern über Felsen und Schluchten, die dann auch noch so rutschig wurden, klettern mussten. Der Regen an sich war schon unangenehm, besonders wenn man in kurzer Hose und Top unterwegs ist, aber ein Gewitter in 2000m Höhe ist nicht gerade ein guter Ort. Ich kann euch sagen, dass wir uns alle so beeilt haben. Mir war noch nie so kalt in meinem Leben... Eine Freundin hat mir dann einen Handschuh gegeben, mit dem ich meinen Regenschirm (natürlich geschlossen, denn beim Gewitter wäre das lebensmüde) in der Hand hielt. Für mich war es unerklärlich, dass ein Handschuh mich so warm halten kann. Außerdem hatte ich von ihr eine Mütze, die ich unter meinen Sonnenhut, der mittlerweile so durchnässt war, anzog. Es war auch kein Ende in Sicht... Immer, wenn wir den Berg herunter gingen, ging es umso steiler wieder nach oben und man hörte nur das Donnern. Wir stellten uns dann unter einer Seilbahn unter und dann meinte unser Lehrer, dass wir mindestens noch 45 Minuten bis zum Hostel benötigen. Super.... Wir hatten Hunger, wir waren müde, es war arschkalt und nass und man hatte immer im Hinterkopf, dass man sich gerade auf 2000 Metern Höhe während eines Gewitters befindet. Sehr beruhigend. Jedenfalls sind wir alle heile und ziemlich kaputt abends im Hostel angekommen. Wir realisierten dann schnell, dass diese Kursfahrt kein Zuckerschlecken werden kann, aber zusätzlich wussten wir auch, dass es nicht "schlimmer" werden kann.







Ausgeschlafen ging es dann am zweiten Tag, dem Dienstag, zur Kanzelwand. Wir fuhren mit dem Bus zur Kanzelwandbahn, wo schon die Bergschule auf uns wartete. Diese stattete uns mit dem nötigen Equipment aus und dazu zählte auch das "3teilige Klettersteigset". Wir fuhren dann mit der Gondel hoch und begannen dann mit dem Klettern, was so viel Spaß gemacht hat. Ich bin ja sowieso ein totaler Fan davon, aber bis jetzt konnte ich dies nur in Kletterparks tun, was kein Vergleich mit einer Felswand ist. Für mich kann es eigentlich nicht hoch, steil oder schnell genug sein, außer in Verbindung mit Wasser, aber dazu komme ich später noch... Danach sind einiger unserer Truppe nach Oberstdorf gefahren, wo wir etwas gegessen und getrunken haben. Es war auch ein richtig toller Tag, aber im Vergleich zum ersten natürlich wesentlich entspannter.




Am Mittwoch wartete wieder die Bergschule auf uns. Auf dem Programm stand das Abseilen von einer 40 Meter hohen Brücke und der "Flying Fox". Ich kann nochmals betonen, wie viel Spaß es gemacht hat. Besonders das Abseilen von der Brücke war ein Highlight, obwohl es so schnell vorbei ging.



Am letzen Tag stand das Canyoning-ich muss immer schauen, wie ich das schreibe- auf dem Plan.  Was das ist? Wir sind einen Gebirgsbach durchlaufen, gesprungen und haben uns z.B. einen Wasserfall abgeseilt. Wann hat man bitte einmal das Vergnügen, sowas Cooles zu machen? Ich meine, wir sind durch den Schwarzwasserbach gegangen, bin mir jedoch nicht ganz sicher. Zu Beginn, vor dem Einstieg in den Bach, erhielten wir einen Neoprenanzug, Helm, einen Klettergurt und eine Einweisung. Dann ging es in den Gebirgsbach, der so kalt war. Man meint ja, dass der Anzug einen warm hält, was er bestimmt auch tut, jedoch war das Wasser anfangs so kalt. Ich muss sagen, ich habe mich noch nie so hässlich gefühlt in diesem Ganzkörpernzug, der auch den Kopf bzw die Haare bedeckt, aber egal. Der erste Teil bestand aus dem Abseilen einen Wasserfall herunter und das "Rutschen". Ihr glaubt gar nicht, wie groß die Kraft des Wassers ist. Ich seilte mich einmal ab und hing dann unten in der Mündung des Wasserfalls. Ich kann zwar schwimmen, aber dem Wasser werde ich nie trauen. Die zweite Etappe war das Springen, was mich so viel Überwindung gekostet hat! Ich habe kein Problem, von einer Brücke zu springen oder auch einen Bungee Sprung würde ich ohne mit der Wimper zu zucken sofort machen, aber ein Sprung von anfangs drei Metern ins Ungewisse schüchtert mich ein. Der erste Sprung war drei Meter hoch und der letzte, den ich gesprungen bin, 6 Meter, meines Wissens nach. Ich wäre ggf noch die 8 Meter gesprungen, aber da ein Mitschüler, der direkt vor mir war, sich die Schulter ausgekugelt hatte und ich dann an seinem Arm ziehen sollte, um diese einzurenken, dachte ich mir, dass ich besser aufhören soll. Vielleicht wäre ich sonst gesprungen, wer weiß. Jedenfalls muss ich mir auch immer die Nase zu halten, sehr professionell. 



Am letzten Tag ging es dann morgens wieder nach Hause. Jedoch hatten wir so viel Stau, dass wir insgesamt 10h im Bus waren. Naja, jedenfalls war es so eine wundervolle Kursfahrt, dass ich es gar nicht wirklich in Worte fassen kann. Natürlich sind auch noch viel mehr Fotos entstanden, aber Manches bleibt privat. Die Lehrer waren cool, die Truppe war toll und das Programm war auch der Hammer. Was will man mehr?  Die Fahrt bleibt uns allen noch sehr lange in Erinnerung und von diesen Erfahrungen erzählen wir in 50 Jahren noch. Danke auch an einen Lehrer, der so coole Fotos gemacht hat!!
Merci! xx

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